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icon-vereinDas Jahr 2000 stand im Zeichen unseres 50-jährigen Jubiläums. Im Januar 1950 wurde unser Verein gegründet, damit wurden Tradition und Aufgaben des 1923 gegründeten und 1937 aufgelösten Deutschen Luftfahrtvereins Flensburg wiederbelebt.

Aufgrund des bestehenden Flugverbots der Alliierten wurde zunächst mit Modelflug begonnen. 1951 war dann Segelflug und 1955 Motorflug erlaubt. 'Das Vereinsvermögen bestand aus dem ungeheuren Idealismus und dem unbändigen Tatendrang seiner Mitglieder.', heißt es in einer Festschrift.

Man begann mit dem Bau eines Schulgleiters SG 38, der sich, bedingt durch Materialbeschaffungsprobleme, über Jahre hinzog.1957 wurde dem Verein auf einem Dreieck von 800 x 600 x 300 m die Zulassung als Landeplatz für Motorflugzeuge erteilt, im gleichen Jahr erhielt der LSV die Genehmigung zum Betrieb einer Motorflugschule, die dann gleich ihre Tätigkeit aufnahm.

Die Segelflieger tauschten die SG38 gegen eine Rhönlerche und die Motorflieger leisteten sich für die Schule nach der Charterung einer KZ II und einer KZ VII aus Sonderburg eine eigene J3C 65 PS, die fast 10 Jahre lang den Schülern zum PPL verhalf, bevor sie 1970 kurz nach dem Verkauf von ihrem neuen Besitzer 'zerlegt' wurde.

Die Schüler hockten mit Thermoskanne, Brot und Kuchen und manchmal auch Frau und Kindern im Gras auf dem Flugplatz und warteten bis sie an die Reihe kamen. Durch die Lufthansaschule 1965 bis 71 gab es viel 'Lernen durch Beobachten' gratis. Parallel zur Grasbahn erhielt Flensburg eine Asphaltbahn.

Nach und nach wurden Grundstücke erworben, Hallen errichtet, das Clubheim wurde ausgebaut, alles nach guter alter Fliegertradition in Eigenleistung, manchmal zwar mit zwei linken Händen, aber gutem Willen. Und es hat Spaß gemacht.

Bis Anfang 1991 haben wir unser Clubheim selbst bewirtschaftet, d. h. gekocht und Tresendienst gemacht unter der aufopferungsvollen Leitung von Karin Fries und Ortrud Teichmann. Zu den Flugtagen wurden von Pilotenfrauen selbstgebackene Kuchen verkauft, die auf langen Tischen in der Segelflughalle zusammen mit Kaffe angeboten wurden.

Dann ließ die anfängliche Begeisterung und. Bereitschaft der Mitglieder nach bis auf '0', und wir beauftragten eine Pächterin. Viele ältere Mitglieder erinnern sich an diese Zeit, die eben anders war.

Seit dem ersten Flug auf dem Flugplatz Flensburg-Schäferhaus 1911 hat sich auch in unserer 'kleinen Fliegerei' vieles geändert. Wir sitzen nicht mehr auf ab- gesägten Küchenstühlen, die den Piloten gelegentlich abwarten oder hängen unter dem Flügel und dem stinkenden Zweitaktmotor in einem Ledersack zwischen den Rädern im Fahrtwind und haben alle Hände voll zu tun, dem noch instabilen Vogel unseren Willen aufzuzwingen.

Wir müssen uns auch nicht wie Harriet Quimby 11912 bei ihrem ersten Kanalflug vor Kälte schützen mit einer Wärmflasche und zahlreichen Kleidungsstücken, zwei Garnituren seidene Unterwäsche, Fliegeranzug, wollenem Mantel, Regenmantel, Stola aus Seehundsfell und uns auf einen Kompaß verlassen, den wir vorher noch nie benutzt haben. Wir denken etwas wehmütig an alte Zeiten, aber genießen den technischen Fortschritt.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Vergangenheit nun zu unserem Jubiläumsflugtag am 10.09.2000. Zu Anfang stellten sich viele Fragen: Wahl des Termins, was soll das Jubiläumswochenende beinhalten? Welches finanzielle Risiko können wir eingehen? Kunstflugattraktionen? (Ramstein ist noch nicht aus den Köpfen), nur Oldtimer? Bundeswehrflugzeuge? Wie gestalten wir ein zünftiges Fest für unsere Mitglieder und Freunde? Wir entschlossen uns zu einer Veranstaltung, die den Namen Großflugtag verdienen sollte.

Und so wuchs das Unternehmen schließlich nach zähem Beginn mit einer sich entwickelnden Eigendynamik zu einer Airshow mit über 40 Flugzeugen, mit Kunstflugvorführungen (Deutscher Meister und Weltmeisterschaftsteilnehmer) und Formationsflügen mit einer Präzision auf höchstem Niveau und einmalig im Norden. Die Frage war: würden wir genügend Helfer aus unseren eigenen Reihen bekommen? Die Zweifel waren unbegründet. Über 100 Mitglieder vor und hinter den Kulissen waren im Einsatz und sorgten mit einer tollen Gemeinschaftsleistung für einen reibungslosen, sicheren Ablauf ohne „Wackler'.

Nach dieser Erfahrung fühlte ich mich am Abend richtig gut. Ich habe ein starkes Organisationsteam für Vorbereitung und Ausführung an der Seite gehabt, das viel Zeit und Know-how investiert hat. Ohne dieses Team wäre ein Erfolg nicht möglich gewesen. Ich freue mich, daß ich mich an dieser Stelle nochmals bei allen aktiven Helfern herzlich bedanken kann.

Die Presse schrieb u. a. 'in den Flensburger Veranstaltungskalender ist eine neue Attraktion eingezogen' und ... 'mehr davon bitte'. Selbst die Fernsehberichte fielen recht positiv aus. Gastpiloten lobten die gute Organisation und freundliche Aufnahme. Wenn man die Zaungäste mitrechnet, mag die in der Zeitung genannte Zahl von 10000 Besuchern stimmen.

Wir haben gezeigt, daß sich in Flensburg nicht nur auf dem Wasser mit Sails, Rumregatta, Dampf Rundum usw, sondern auch in der Luft etwas tut und konnten sicher viel Sympathie für unseren Sport gewinnen. Leider fehlten Sonne und blauer Himmel.

Jan Ipsen

50 Jahre Motorflugschule