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Überlandfliegen mit unserer Vereins-Twin, dass wollten Patrick und ich schon lange einmal. Anfang Juli 2011 sollte es losgehen. Bereits am Vortag waren wir zusammen in zwei Einsitzern im Teamflug geflogen, allerdings mit mäßigem Erfolg, denn wir verloren uns schon nach 30 Kilometern. Doch jetzt sollte alles besser werden. Es war Montag, eigentlich ein schlechter Tag für Segelflieger, weil uns niemand helfen konnte und wir auf uns alleine gestellt waren.

Wir trafen uns um neun Uhr am Platz und besprachen die geplante Aufgabe: ein 230-Kilometer-FAI-Dreieck von Flensburg nach Eutin, dann zur Westküste und wieder nach Hause. Anschließend räumten wir unseren Doppelsitzer aus der Halle und beluden ihn mit Verpflegung, Karten, PDA, Logger und was man sonst noch so braucht, wenn man einen längeren Flug plant. Nun zogen wir ihn die eineinhalb Kilometer bis zu der Asphaltbahn unseres Platzes. Noch einmal gründlich checken, ich bestieg den vorderen Sitz. Und los ging es mit einer Premiere: Zum ersten Mal starteten wir im Schlepp mit dem neuen Ultraleicht-Flugzeug im Doppelsitzer.

Zuerst waren wir überrascht wie zügig das UL beschleunigte, doch die Freude währte nur kurz, denn kaum abgehoben ließ die Steigleistung stark nach. Wir gewannen nur Höhe, indem wir durch Thermik geschleppt wurden. Der F-Schlepp dauerte auf 700 Meter ganze 17 Minuten. Wir fanden glücklicherweise gleich Anschluss und stiegen auf 900 Meter. Das war zwar nicht viel, aber wir kannten es durchaus schlimmer. Wir überflogen die Startlinie mit maximaler Höhe und spurteten los. 10 Kilometer vor der EDR-148 fragten wir Bremen-Information, ob das Gebiet aktiv sei. Doch leider war kein Einflug möglich. Wir mussten also über dem thermisch schlechten Gebiet an der Ostseeküste fliegen. Auch stellten wir fest, dass der Logger beim Funken ausgefallen war. Aber trotz dieser suboptimalen Voraussetzungen, hatten wir viel Spaß.

Die Thermik wurde, wie erwartet, deutlich schlechter, sodass wir über Eckernförde nur 600 Meter unter uns hatten. Das war zwar ein eindrucksvolles Bild, aber ich wurde langsam nervös. Die Cumulanten lösten sich auf oder zogen nicht. Über einem potentiellen Landefeld hatte ich, wie schon so oft in der Saison 2011, Glück im Unglück. Wir flogen in einen kräftigen Bart ein und kurbelten ihn aus. Wieder obenauf, flogen wir weiter über den Kanal in Richtung Eutin. Die Thermik wurde deutlich besser und wir trafen gelegentlich auch andere Segelflieger. Nachdem wir einen Einsitzer mit unserer schweren Twin ausgekurbelt hatten, platzte uns fast die Brust vor Stolz. Langsam kam die Seenplatte nahe Eutin und Mölln in Sicht. Ein großartiges Bild.

Marc Duysen